Corona Storys – Neues Projekt der Lagerhalle

Corona Storys – Neues Projekt der Lagerhalle

Dokumentation des Neuartigen:
Was war im Frühjahr 2020? Was ist im Sommer 2020?

Seit Ende 2019 breitet sich ein neuartiges Coronavirus über die Welt aus und hat in einer nicht für möglich gehaltenen Art und Weise unser Leben verändert. Zuerst war es weit weg, dann kam es immer näher, wurde bedrohlicher und schon waren wir im Lockdown. Auf einmal war da etwas in der Welt, gegen dass sich auch die reichen Staaten und Gesellschaften nicht wehren konnten. Seit einigen Wochen macht sich Deutschland und Europa wieder locker. Der Rest der Welt teilweise auch, obwohl das häufig viel zu früh kommt. Die Wissenschaftler sagen uns, dass wir nach dem „Hammer“ nun in der Phase des Tanzes mit dem Virus sind.

In allen Medien ist seit Anfang des Jahres über diese Pandemie viel berichtet, spekuliert und dokumentiert worden. Aber wie ging es den Osnabrücker*innen in dieser Zeit? Wie geht es ihnen aktuell? Kunst und Kultur, Ausstellungen, Aufführungen und Konzerte waren mit als erste von den vorbeugenden Maßnahmen betroffen und werden vielfach mit als letzte zu einer Normalität zurückkehren können. Für viele Menschen ist ein künstlerisch-kreativer Ausdruck ein Mittel, um den Alltag zu reflektieren und Erlebtes zu verarbeiten. Egal ob schreiben, malen, zeichnen, fotografieren, filmen, texten oder komponieren, egal ob als Hobby oder als Beruf: Mit diesem Projekt möchte die Lagerhalle einiges von dem sammeln, ausstellen, zugänglich machen und bewahren, was in den letzten Monaten in kreativen Prozessen entstanden ist oder mit Blick auf eine ungewisse Zukunft in diesem Sommer entsteht. Einiges beauftragen wir, vieles möchten wir von euch da draußen erfahren.

Wir danken dem Fachbereich Kultur der Stadt Osnabrück für die Projektunterstützung und dem Rat der Stadt Osnabrück für die großzügige Aufstockung der freien Projektmittel im Jahr 2020.

Folgendes ist geplant:

Bannergestaltung: Die Fassade der Lagerhalle ziert zu normalen Zeiten ein 2x3m großes Banner und lenkt die Aufmerksamkeit auf die nächsten Festivals und Großveranstaltungen. Zu Beginn des Lockdowns haben sich zahlreiche Osnabrücker Kulturinitiativen, Festivals und Veranstalter mit dem Banner „Kultur ist ein Überlebensmittel“ und der Aufforderung „#stayathome“ an die Öffentlichkeit gewandt. Die Rückseite dieses Banners wird nun vom Osnabrücker Künstler Henning Bischof neugestaltet. Sein Auftrag: Kunst und Kultur, Veranstaltungsbranche, Sorgen und Nöte, Hoffnungen und Strömungen in Zeiten einer weltweiten Pandemie auf diese Leinwand zu bringen. Wir sind sehr gespannt auf seine Skizzen und die Umsetzung.


Kunstmeile und Picture Slam: Beiträge aus dem Bereich Malerei/Grafik/Zeichnung möchten wir in einer Straßengalerie in den Schaufenstern der Osnabrücker Altstadt ausstellen. Besucher*innen laden wir dazu ein, die Werke online zu kommentieren und in einer Abstimmung ihren Favoriten zu wählen. Infos zu den Künstler*innen und ihrem Schaffen werden ebenfalls angeboten und wer möchte kann sein Werk auch zum Verkauf anbieten.
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Literatur, Lyrik, Illustration: Hier kommen wir im wahrsten Sinne des Wortes zu den „Storys“. Wir möchten Texte, Kurzgeschichten, Gedichte, Essays und niedergeschriebene Gedanken einsammeln und in einer Spezialausgabe der „Zettelwirtschaft“ veröffentlichen. Das „Magazin für Off-Literatur und Slam Poetry“ wird in unregelmäßigen Abständen vom Autor, Slam Poeten und Slam-Master der Osnabrücker Slams, Andreas Weber herausgegeben. In dem Magazinformat haben außerdem Illustrationen ihren Platz: kleine Zeichnungen, Karikaturen, Comics oder kurze Graphik Novels.
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Songwriting / Liedermacher*innen: Mit Musik lassen sich Gefühle ausdrücken. Viele Osnabrücker Musiker*innen werden in diesen Zeiten zum Instrument gegriffen haben und der eine oder andere neue Song ist unter den aktuellen Eindrücken entstanden. Was sind eure Song-Dokumente dieser Zeit? Die von einer kleinen Jury ausgewählten besten Songs können auf unserer Bühne im großen Saal eingespielt werden. Das Musikvideo wird auf dem YouTube-Kanal der Lagerhalle hochgeladen und ihr bekommt es natürlich auch.
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Fotografie: Freie Fotograf*innen gehörten mit zu der am härtesten betroffenen Berufsgruppe im Lockdown. Keine Aufträge, kein Einkommen und große Existenzsorgen. Was haben sie dennoch in dieser Zeit fotografiert? Was war ihnen wichtig?
Jetzt kehrt die Normalität zurück. Fotos mit Masken in diversen Situationen sind millionenfach entstanden. Ist das die einzige Veränderung? Was ist anders in diesem Corona-Pandemie-Sommer 2020 in Osnabrück? Wir werden drei freischaffende Osnabrücker Fotograf*innen beauftragen, eine Fotoserie anzufertigen oder aus den Fotos des Frühjahrs auszuwählen. Drei Fotograf*innen mit unterschiedlichen Arbeitsweisen, Biografien und Blickwinkeln. Großformatige Abzüge präsentieren wir in einer Straßengalerie und in der Lagerhalle.


Kurzfilm: Ein Virus befällt Menschen und kann deren Leben radikal verändern. Eine Pandemie verändert Gesellschaften und Zusammenleben. Dadurch verändert sich auch unser Blick auf Alltägliches und Außergewöhnliches. Jeder macht sich dabei sein eigenes Bild von der Realität. Wir möchten Menschen jeden Alters dazu animieren, diese persönlichen Blicke, Eindrücke und Gedanken in Gestalt eines Kurzfilms auszudrücken. Was und wie gedreht, geschnitten und vertont wird, spielt bei diesen filmischen „Corona-Storys“ nicht die entscheidende Rolle. Hauptsache kreativ, knackig und kurz.
Wenn das Kino in der Lagerhalle seinen Spielbetrieb wieder aufnimmt, laden wir alle Filmemacher*innen zur offiziellen Weltpremiere ein und präsentieren ihre Werke auf großer Leinwand.
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