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Buen Vivir in Bolivien

Eine politische und wirtschaftliche Zwischenbilanz der Ära Morales · Vortrag & Diskussion mit Peter Strack

Zur Jahrtausendwende überraschte Cochabamba im sogenannten „Wasserkrieg“ als erste Stadt weltweit, die die Privatisierung durch den multinationalen Konzern Bechtel rückgängig machen konnte. 2005 wurde mit Evo Morales ein Vertreter der sozialen Bewegungen mit einem antikapitalistischen und indigenistischen Regierungsprogramm zum Präsidenten Boliviens gewählt. Wieder erschien Bolivien als Vorreiter für alternative Entwicklungskonzepte. Eine neue Verfassung erklärte das „Buen Vivir“, ein harmonisches Zusammenleben zwischen Mensch und Natur zum Staatsziel. In der Praxis folgte eine Wirtschaftspolitik, die auf Ausbeutung der natürlichen Rohstoffe für Infrastruktur- und Sozialprogramme setzte. Die Armutsziffern konnten verringert werden, die Beteiligung der indigenen Bevölkerungsmehrheit im Staatsapparat gestärkt werden. Doch Klientelpolitik, Korruptionsskandale und zunehmender Autoritarismus und politische Instrumentalisierung der Justiz haben die Zustimmungswerte für die Regierung rapide sinken lassen. Viele indigene Basisorganisationen haben sich von ihm abgewendet.
 
Auf Einladung der Lateinamerika-Gruppe steht Peter Strack am 26. September, um 20:00 Uhr in der Lagerhalle für einen Bericht und Diskussionen zu den fragilen Perspektiven alternativer Politik im Andenstaat zur Verfügung.
 
Peter Strack, Jahrgang 1958, ist promovierter Soziologe. Er hat von 1995 bis 2005, sowie 2010 bis 2014 das Andenbüro der Osnabrücker Kinderhilfsorganisation terre des hommes in Cochabamba geleitet, und war zwischen 1991 und 1995, sowie 2005 bis 2010 im Pressereferat von terre des hommes in Osnabrück tätig. Seit 2015 ist er Koordinator des Landesprogrammes „Leben ohne Gewalt“ der Schweizer Entsendeorganisation  INTERTEAM, ebenfalls mit Sitz in Cochabamba. Er ist regelmässiger Autor der ila, Zeitschrift der informationsstelle Lateinamerika (http://www.ila-web.de/), sowie des Lateinamerika-Blogs der taz ( https://blogs.taz.de/latinorama/)
Buchveröffentlichungen u.a. „500 Jahre Bevormundung – Die Eroberung Lateinamerikas und die Folgen für die Kinder“, „Kein Papst, kein Che – Jugendliche in Lateinamerika“
 
Veranstalter: Lateinamerikagruppe im A3W


Eintritt frei


 Mi 26.09.2018 20:00 Raum 204 

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