European Media Art Festival
European Media Art Festival
»Push« · No. 30
Alle aktuellen Infos auf: www.emaf.de

Nicht erst seitdem Donald Trump Präsident der USA ist, wird die öffentliche Meinung von permanenter Information und Desinformation überschwemmt. Scheinbar gesicherte Standpunkte lösen sich auf; »Fake-News« lassen uns um unsere freiheitlichen, demokratischen Grundwerte bangen.  Nachrichtendienste und soziale Medien beliefern uns unter Hochdruck mit Input und vermeintliche News lassen unsere Smartphones im Minutentakt blinken.
Das EMAF beleuchtet dieses Thema in seiner Ausstellung, den Filmprogrammen, Performances und seinen Panels in all seinen Facetten.
Insgesamt 2.400 Filmemacher und Künstler aus der ganzen Welt haben ihre Werke für das 30. EMAF eingereicht. Bei dem Großteil handelt es sich um Kurz- und Langfilme, Dokumentationen und Musikvideos. Eine vierköpfige Auswahlkommission hat die sehenswertesten Filme ausgewählt – zum Beispiel einen neuen Film der EMAF-Preisträger von 2014, Elise Florenty & Marcel Türkowsky, oder den Kurzfilm »Animal Condensed>Animal Expanded#1« von Jennet Thomas (Foto unten), in dem zwei post-anthropologische Agenten versuchen, ihr Trauma aus der Massentierhaltung zu verarbeiten - very British, very obscure.
Die Retrospektive, die wieder in der Lagerhalle zu sehen sein wird, ist in diesem Jahr Werner Nekes gewidmet. Der Experimentalfilmer und Sammler historischer Sehapparate ist im vergangenen Januar im Alter von 72 Jahren gestorben. Als einer der wichtigsten Künstler und Filmemacher der deutschen Nachkriegsavantgarde hat sich Nekes neben seinen Filmen intensiv mit der Frühgeschichte des Films und visuellen Medien beschäftigt.
Die in der Ausstellung gezeigten Installationen umfassen die verdichtete Dokumentation der News-Feeds und der Bild-Fülle von Plattformen wie YouTube, Facebook, Instagram oder Snapchat. Wann wird ein Ereignis „bildwürdig“ und per Selfie, Handyvideo oder TV-Kamerateam im Netz verbreitet? Außerdem geht es um die Frage, was die Glaubwürdigkeit einer Meldung ausmacht – gibt es eine Wahrheit im Netz? Die internationale Gruppenausstellung des EMAFs zeigt dazu in der Kunsthalle Osnabrück Arbeiten unter anderem von Lilli Carré (US), Stanza (UK) und Mario Pfeifer (D).

Der EMAF Campus INIT überrascht darüber hinaus mit frischen Arbeiten von jungen, aufstrebenden Medienkünstlern. Die Entwicklungen in den Bereichen Programmierung, Medienentwicklung, Ästhetik, Philosophie und Zukunftsforschung werden auch bei der Konferenz des EMAFs 2017 näher beleuchtet. Diese Disziplinen stellen in Präsentationen und Workshops ihre Arbeitsgebiete vor.

Zum Geburtstag hat das Festival nicht nur ein neues Layout bekommen, auch der Festivalcounter in der Lagerhalle wird völlig neu erscheinen – gestaltet vom Künstler-Duo David Rauer und Joshua Sassmannshausen.

Weitere Infos zum Festival und der Ausstellung gibt es im Internet unter www.emaf.de und in den sozialen Netzwerken: #emaf30

Veranstalter: Internationaler Experimentalfilmworkshop e.V.


So. 30.04.2017 | unterschiedliche Anfangszeiten

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